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8,3 Millionen Tonnen grüner Wasserstoff im Jahr 2050, 86,8 Gigawatt Strom aus Elektrolyse, 434.000 neue Arbeitsplätze und 19.000 KilotonnenCO2-Einsparung pro Jahr – das sind die ehrgeizigen Ziele der tunesischen Wasserstoffstrategie, mit denen auf dem Hydrogene Dialogue in Nürnberg um Investitionen geworben wurde. Darüber hinaus wurde den Messebesuchern der bayerisch-tunesische Innovations- und Technologiehub für grünen Wasserstoff vorgestellt und für Partnerschaften und Kooperationen geworben, denn diese sind eine Voraussetzung, um den H2-Hub in Tunis nachhaltig zu etablieren.
Messestand beim Hydrogen Dialogue
Im Rahmen eines Kooperationsprojekts zwischen Bayern und Tunesienwurden 16 Tunesierinnen und Tunesier aus Wissenschaft, Ministerien und staatlichen Unternehmen für den Besuch des Hydrogen Dialogue nach Nürnberg eingeladen. Gemeinsam mit den tunesischen Partnern wurde ein Messestand beim Hydrogen Dialogue in Nürnberg von GIZ-Mitarbeiterinnen und einer Vertreterin des tunesischen Energieministeriumsbetreut.
Tunesien verfügt über ein enormes Potential an erneuerbaren Energien basierend auf Solar, on-shore und off-shore, eine gute Wettbewerbsfähigkeit durch eine bestehende Hafeninfrastruktur, ein fundiertes technisches Know-how durch die tunesische Chemieindustrie und eine günstige geographische Lage für den europäischen Markt. Diese Voraussetzungen lassen die Annahme zu, dass Wasserstoff ab 2030 zu einem Preis von 2-3 Euro/kg angeboten werden kann. Diese Vorteile wurden den Messebesucher*innen während einer „Guided Tour: Wasserstoff Wertschöpfungskette“ sowie in Länder-Pitches vorgestellt.
Darüber hinaus nahm Prof. Dr. Chiheb Bouden, Leiter des bayerisch-tunesischen H2-Hub, an einer Podiumsdiskussion zum Thema „Globale Energiepartnerschaften: Zwischen Wunsch und Wirklichkeit“ teil.
Im Anschluss an den Hydrogen Dialogue hatten die Teilnehmenden aus Tunesien die Gelegenheit, Firmen zu besuchen.
Der bayerisch-tunesische Hub für grünen Wasserstoff
Vorgestellt wurden auch die Aktivitäten des bayerisch-tunesischen Innovations- und Technologyhub, der im Rahmen des Bund-Länder-Programmes aufgebaut wurde. Der Aufbau des Hubs befindet sich derzeit in der zweiten Phase. Das Projekt ist vom BMZ beauftragt und von der Bayerischen Staatskanzlei kofinanziert.
In Tunesien ist der bayerisch-tunesische Hub für grünen Wasserstoff an der École Nationale d’Ingenieurs de Tunis (ENIT) angesiedelt. Um den Hubnachhaltig und dauerhaft zu verankern, werden Partnerschaften in verschiedenen Sektoren angestrebt. Dazu gehören die Zusammenarbeit mit Universitäten und Forschungslaboren, die Förderung von Verbindungenzwischen Industrieclustern in Tunesien und Bayern, internationale Kooperationen und Informationsveranstaltungen in Zusammenarbeit mit NGOs und gemeinnützigen Organisationen.
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| Diskussion mit Prof. Opferkuch von der Hochschule Esslingen im Labor ©GIZ | Diskussion mit PhD Studenten im Labor der Hochschule Eppelheim ©GIZ |
Kooperationen mit Universitäten und kommunalen Partnern
Der Leiter des H2-Hubs und die teilnehmenden Wissenschaftler*innenkonnten bei Besuchen der Hochschulen in Esslingen und Eppelheim in Baden-Württemberg konkrete Beispiele für H2-Hubs kennenlernen. Die H2-Hubs der beiden Hochschulen sind als Beispiele in einem für den tunesischen H2-Hub erstellen Organisationskonzept aufgeführt. Basierend auf diesem Organisationskonzept und dessen Empfehlungen soll eine Verankerung des bayerisch-tunesischen H2-Hub an der ENIT erfolgen. Mit dem Besuch der Hochschulen bekamen die Teilnehmer*innen einen Einblick, wie ein H2-Hub strukturiert sein kann. Der Besuch der Labore gab ebenso Einblicke in die Forschungsarbeiten und es ergab sich auch die Möglichkeit, zukünftige Kooperationen zu diskutieren.
Ein gemeinsames Barbecue mit einem wasserstoffbetriebenen Griller rundete den Besuch in Eppelheim ab.
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| Barbecue mit einem wasserstoffbasierenden Griller in Eppelheim ©GIZ |
Besuch der Wasserstoff Region Ingolstadt
Die IFG Ingolstadt AöR ermöglichte ihre Wasserstoffaktivitäten in Ingolstadt zu erleben. Gemeinsam mit dem IFG- Abteilungsleiter für Wirtschaft und Innovation, einem Vertreter der Gunvor Raffinerie Ingolstadt und einem Universitätsprofessor der Universität Ingolstadt wurde die regionale H2-Wirtschaft und deren Herausforderungen diskutiert. Das Mobilitätskonzeptwurde mit einem wasserstoffbetriebenen Müllfahrzeug erlebbar gemacht, mit dem drei Delegationsteilnehmer bis zur H2-Tankstelle mitfahren konnten. Der Tankvorgang wurde mit Vertretern der Ingolstädter Kommunalbetriebe ausführlich diskutiert. Die Teilnehmenden kehrten mit wichtigen neuen Kontakten und vielen Eindrücken zu technischen Lösungen im Bereich H2 nach Tunesien zurück.
| Besuch bei der IFG in Ingolstadt © IFG Ingolstadt AöR | Besuch der H2-Tankstelle in Ingolstadt © IFG Ingolstadt AöR |
Autorin: Regina Tauschek


