© GIZ/ Gabriele Kohlisch
Das Bund-Länder-Programm unterstützt das Projekt Bewertung und Management von Plastikabfallströmen und ihrer Leckagen in Bacolod City bei der Erstellung des neuen 10-Jahres Plans für die Abfallbehandlung. Durch die wissenschaftliche Analyse von Plastikabfallströmen werden Handlungsempfehlungen ermittelt, die die Stadt in den Plan integriert. Zeitgleich werden für Frauen aus dem Informal Waste Sektor Maßnahmen entwickelt, die ihre Situation in Bezug auf Einkommen und Beteiligung bei Entscheidungsprozessen verbessern.
Müll in Bacolod City
Eine der großen Herausforderungen der Philippinen ist das hohe Aufkommen von Plastikmüll. Er führt nicht nur zu einer Verschmutzung von Stränden und Umwelt, sondern auch zu Überflutungen bei Starkregen, da dieser in die Kanäle und Flüsse eingespült wird und den Abfluss der Wassermassen verhindert.
Eine konsequente Mülltrennung wird von den Verursachern nicht vorgenommen, denn bislang gibt es dafür keinen Anreiz. Dies erschwert die Recyclingfähigkeit, da organischer Müll mit Plastikmüll vermischt wird. Erste kleinere Initiativen wiesen bislang keinen ausreichenden Erfolg auf. Nach wie vor findet der Großteil der Gewinnung von recyclingfähigen Materialien auf der Mülldeponie Felisa statt, von der informelle Müllsammler*innen dem Müll das entnehmen, was noch in Wert gesetzt werden kann.
Abfallplan für die Stadt
Gemeinsam mit der Universität Kassel und den philippinischen Universitäten La Consolacion College (LCC) und University of La Salle (ULC) wurden zwei Studien erstellt. Eine diente der Untersuchung der Abfallströme unter Zuhilfenahme des von der GIZ entwickelten Waste Flow Diagrams, welches Müllströme ermittelt und misst. Die zweite Studie erfolgte zu der Situation und der Möglichkeit der Stärkung der Müllsammlerinnen auf der Müllhalde Felisa.
Die Ergebnisse der ersten Studie flossen in den 10-Jahres-Abfalllplan der Stadt Bacolod ein und zeigen erste Umsetzungserfolge, wie zum Beispiel durch die Installation einer Trash-Trap im Mambulok Creek verhindert wird, dass täglich 200 kg Müll in den Fluss geschwemmt werden. Für die Müllsammlerinnen wurden Maßnahmen entwickelt, um Ihre Lebenssituation zu verbessern. So wurden sie als Informal Waste Picker Association formalisiert und können dadurch Anträge bei der Stadt einreichen. Dadurch gibt es inzwischen regelmäßige medizinische Checkups und ein Unterstand auf der Müllkippe Felisa als Schutz vor Sonne und Regen ist beantragt. Zusätzlich wurde überlegt, wie die Einkommenssituation verbessert werden kann. Unter Einbeziehung von organischem Müll laufen erste Versuche, in den Haushalten die Maden der schwarzen Soldatenfliege zu züchten, um dadurch Ausgaben für Tierfutter wie zum Beispiel für Hühner und Fische zu reduzieren und durch den Verkauf der Maden zusätzlich Einkommen zu erzielen.
Autorin: Gabriele Kohlisch