© Philipp Dümcke
Berlin, April 2026 – Stimmengewirr im Foyer, erste Wiedersehen und ein Kennenlernen beim Mittagsbuffet, ein Blick auf Projektposter aus aller Welt. Das Netzwerktreffen des Bund-Länder-Programms (BLP) startete so, wie erfolgreiche Zusammenarbeit oft beginnt – mit persönlichem Austausch. Zwei Tage lang wurde die Landesvertretung der Freien und Hansestadt Hamburg zum Ort intensiver Gespräche und Austauschformate zum Bund-Länder-Programm der GIZ.
Das Programm ist Teil unseres Portfolios aus dem BMZ-Referat für die Zusammenarbeit mit (deutschen) Ländern und Kommunen (G33), das mit seinen Vorhaben die spezifischen Erfahrungen und Kompetenzen deutscher dezentraler Akteure, sowie auch deren politisches Engagement für die internationale Zusammenarbeit erschließt.
Beim Netzwerktreffen teilgenommen haben Vertreterinnen und Vertreter aus den deutschen Ländern, vom Bund, der GIZ und aus ausgewählten Partnerländern des Programms. Ihre Perspektiven gaben dem Treffen eine spürbar internationale Dimension und machten deutlich, worum es im Kern geht: Zusammenarbeit auf Augenhöhe.
Zehn Jahre, über 100 Projekte – und viele Geschichten dahinter
Das Bund-Länder-Programm blickt auf mehr als ein Jahrzehnt zurück und auf über 100 Projekte weltweit. Doch statt reiner Bilanz stand in Berlin vor allem eines im Mittelpunkt: der gemeinsame Austausch. Beim Blick auf verschieden Projektposter im Gallery-Walk erschloss sich die thematische Vielfalt des Programms - von institutionellen Austauschformaten bis hin zu agrarmeteorologischer Datensammlung und -aufbereitung für Farmerinnen und Farmer, von Kompetenzaufbau zu grünem Wasserstoff bis zur Nutzung traditioneller Heilpflanzen.
© Philipp Dümcke
© Philipp Dümcke
Einen politischen Akzent setzte ein Beitrag von Staatssekretär Johann Saathoff unter seinem Motto „Allens tosamm’ is mehr as een alleen!“ – auf Hochdeutsch: Gemeinsam sind wir stärker als allein. In seinem Redebeitrag kündigte er u.a. die Prüfung eines eigenen „Wirtschaftsfensters“ für eine mögliche nächste Programmphase an. Ziel sei es, Projekte stärker zu fördern, die Innovation, Investitionen und Fachkräftepartnerschaften voranbringen. Gerade die deutschen Länder verfügen mit ihren Clustern, Hochschulen und mittelständischen Unternehmen über erhebliche Potenziale, etwa in den Bereichen erneuerbare Energien, Wasserstoff, Gesundheitswirtschaft und nachhaltige Mobilität.
Besonders mit Blick auf den Wiederaufbau der Ukraine, so die Botschaft, könne wirtschaftliche Zusammenarbeit ein entscheidender Hebel sein. Ein Gedanke, der sich auch in den weiteren Diskussionen des Tages widerspiegelte.
Konkrete Erfahrungen im Fokus: Unterstützung der Ukraine
Besonders greifbar wurde die Zusammenarbeit in einer Podiumsdiskussion zur Unterstützung der Ukraine. Hier trafen strategische Perspektiven auf operative Erfahrungen und machten deutlich, wie flexibel und zugleich wirksam das Bund-Länder-Programm auch in Krisenkontexten agieren kann. In Zusammenarbeit mit dem bilateralen Ukraine-Portfolio der GIZ setzt das Programm in der Ukraine verschiedene Gesundheitsprojekte um und fördert die Startup-Vernetzung.
© Philipp Dümcke
Wie kann das Programm weiterentwickelt werden?
In Gesprächsrunden tauschten sich unter anderem der Bundestagsabgeordnete Thomas Rachel, die Staatsrätin der Freien Hansestadt Bremen Nancy Böhning, VENRO-Vorstandsmitglied Gifty Rosetta Amo Antwi und der GIZ-Abteilungsleiter Tilman Nagel aus. Sie sprachen darüber, wie sich die Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Kommunen mit Partnerländern verändern und welche Rolle die deutschen Länder künftig in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit spielen können.
© Philipp Dümcke
© Philipp Dümcke
Im Zentrum des zweiten Tages der Veranstaltung stand die Weiterentwicklung des Bund-Länder-Programms: Eine aktuelle Studie dazu wurde vorgestellt. Ihre Botschaft: Das BLP hat Substanz und zugleich Potenzial. Vorgeschlagen werden unter anderem eine stärkere Vernetzung der Länder, neue Kooperationsprojekte mit Kommunen und Privatwirtschaft sowie flexible Trainings- und Austauschangebote. Die Teilnehmenden hatten im World-Café-Format Gelegenheit, diese Empfehlungen zu schärfen und weitere hinzuzufügen.
Mehr als ein Treffen
Was bleibt nach zwei Tagen? Sicher noch keine fertigen Antworten auf Fragen zur Weiterentwicklung des Programms. Aber ein klares Bild davon, was das Bund-Länder-Programm trägt: Partnerschaftliche Netzwerke in denen Vertrauen entsteht, das Bündeln der Stärken von Bund und Ländern in der Entwicklungszusammenarbeit sowie Formate, die gegenseitiges Lernen ermöglichen.
Oder, wie es ein Teilnehmer zwischen zwei Sessions formulierte: „Das BLP lebt davon, dass hier nicht nur Projekte entstehen, sondern Beziehungen.“
Autorin: Regina Tauschek
Pressemitteilung des BMZ zu 10 Jahren Bund-Länder-Programm (23.04.2026)