• Projekt

Berufsorientierung und -beratung von vulnerablen Gruppen in Serbien

Handbuch "Der Weg zur Berufsausbildung"

Projektzeitraum -

Kontinent Europa

Bundesland Schleswig-Holstein

Partnerland Serbien

Projektstatus Abgeschlossen in BLP 1

1 Keine Armut

Problem:
Serbien ist derzeit von einer hohen Arbeitslosigkeit betroffen (14,8%). Dabei sind gerade junge Menschen bis 24 Jahre überproportional von Arbeitslosigkeit betroffen (33,3%). Gleichzeitig können serbische Unternehmen freie Arbeitsplätze nicht besetzen, da das Angebot nicht der Nachfrage entspricht. Um dem entgegenzuwirken führt Serbien derzeit eine Reform der Berufsbildung durch. Eine der Statuten befasst sich speziell mit der Berufsberatung im Rahmen von dualen Ausbildungsprofilen und fordert die Bildung von Berufsorientierungs- und -beratungsteams (CGC-Teams) in berufsbildenden Schulen. Maßnahmen in diesem Bereich werden in 2019 von der NGO „Praxis“ koordiniert. Die Sensibilisierung und Unterstützung der Einbeziehung benachteiligter Gruppen in die sekundäre Berufsbildung soll dabei berücksichtigt werden. 
Schleswig-Holstein ist über die deutschen Grenzen hinaus bekannt für seine Minderheitenpolitik und hat in den vergangenen Jahrzehnten viele Projekte und Maßnahmen durchgeführt, um Minderheiten zu unterstützen. Darüber hinaus gibt es in Schleswig-Holstein eine Reihe von Jugendberufsagenturen (JBA), die Jugendliche bei der Berufsorientierung und -wahl aus einer Hand zu beraten.

Projektziel:
Berater/innen und Verantwortliche im Bereich der Berufsorientierung und –beratung in Serbien kennen die Prozesse und Methoden in der Berufsberatung der Jugendberufsagenturen in Schleswig-Holstein und übertragen diese in die Arbeit in Serbien. Ein Praxisleitfaden zur 
Berufsorientierung und –beratung an Berufsschulen in Serbien mit speziellem Fokus auf Roma ist für Bildungsberater(innen) verfügbar.

Maßnahmen/methodische Umsetzung:
Zur Erreichung des Projektziels werden Workshops zu den Erfahrungen in Schleswig-Holstein (SH) sowie zur Adaption einzelner Maßnahmen an die Bedingungen in Serbien mit den Partnern vor Ort durchgeführt. Die Beratung der Teilnehmer/-innen erfolgt in erster Linie 
durch Praktiker aus der Verwaltung in SH sowie Mitarbeitern der Jugendberufsagenturen. Ebenfalls genutzt wird das spezifische Wissen und die Erfahrungen des Landesverbands deutscher Sinti und Roma u.a. aus dem Mentorenprogramm an Schleswig-Holsteinischen 
Schulen. Bei der Umsetzung wird auf eine ausgewogene Einbeziehung von Männern und Frauen geachtet. Hinzu kommt die praxisorientierte, wissenschaftliche Begleitung der Maßnahmen durch ein schleswig-holsteinisches wissenschaftliches Institut, das die Lerninhalte so aufbereitet, dass sie für die Lebensrealitäten im Westbalkan nutzbar gemacht werden können. Ein Schwerpunkt wird darüber hinaus auf Maßnahmen gelegt, die speziell junge Frauen ansprechen, um diese längerfristig in Ausbildung zu begleiten. Es wird eine Studienreise nach Schleswig-Holstein organisiert, um relevanten Zielgruppen in Serbien die praktischen Erfahrungen in Schleswig-Holstein möglichst konkret vorzustellen. 
In enger Zusammenarbeit mit den serbischen Partnern und einem schleswig-holsteinischen wissenschaftlichen Institut erfolgt die Erarbeitung eines Praxisleitfadens zur Berufsorientierung und –beratung an Berufsschulen in Serbien unter spezieller Beachtung der besonderen Situation von Roma.

Zielgruppen:
Direkte Zielgruppe des Projekts sind Mitarbeiter/innen der NGO „Praxis“, die ab 2019 die Koordination der Berufsberatung in 8. Klassen übernehmen wird, sowie Vertreterinnen und Vertreter der berufsbildenden höheren Schulen und weitere Personen, die in der Berufsorientierung und -beratung von Jugendlichen in Serbien tätig sind. Indirekt profitieren Jugendliche von der Maßnahme, die Berufsberatungsangebote wahrnehmen, vor allem Jugendliche benachteiligter Bevölkerungsgruppen wie Roma. Es werden dabei auch gezielt Maßnahmen für die Ansprache junger Frauen betrachtet.

Partnerstruktur:
Der Hauptpartner in Serbien ist die NGO „Praxis“, die die Koordination und Umsetzung des Beratungsangebots für Jugendliche in Schulen im Jahr 2019 übernehmen wird. Inhaltliche Beiträge leistet auf Seiten Schleswig-Holsteins das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur. Darüber hinaus werden die Jugendberufsagenturen sowie der Landesverband der Sinti und Roma e.V. in das Projekt eingebunden. Das Vorhaben wird begleitet durch ein wissenschaftliches Institut in Schleswig-Holstein, welches verantwortlich ist für die Erarbeitung des Praxisleitfadens.