Problem:
Minderheiten sind in den Ländern des Westbalkans noch immer stark von ökonomischer und sozialer Diskriminierung betroffen. Nach wie vor fehlen in öffentlichen Einrichtungen wie beispielsweise Sozialzentren und Gemeinden Kapazitäten um Minderheiten, u.a. Roma, ausreichend Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen zu gewährleisten. In einer ersten Projektlaufzeit 2016 wurde Know-How aus der Minderheitenpolitik in Schleswig-Holstein in vier Balkanländer transferiert. Eine von den deutschen Partnern begleitete Umsetzung des Know-Hows im Westbalkan konnte in der kurzen Projektlaufzeit noch nicht erfolgen.
Projektziel:
Lokale Akteure im Westbalkan passen Best Practises aus Schleswig-Holstein zur Verbesserung des Zugangs von Roma zu kommunalen Dienstleistungen an die lokalen Bedinungen an und beginnen mit der Umsetzung mit Unterstützung von Partnern aus Schleswig-Holstein.
Maßnahmen/methodische Umsetzung:
In der Projektlaufzeit 2016 haben das Land Schleswig-Holstein sowie die vom Bundesland geförderten Institutionen FUEN (Federal Union of European Nationalities) und ECMI (European Center für Minority Issues) ihr Wissen und Erfahrungen aus der Minderheitenpolitik und dem Zugang von Minderheiten zu öffentlichen Dienstleistungen an Partner aus vier Ländern im Westbalkan (Albanien, Bosnien und Herzegowina (BuH), Mazedonien, Kosovo und Serbien) weitergegeben und erste Ideen für Umsetzungsmöglichkeiten erarbeitet.
Das Folgeprojekt setzt hier an und führt das Projekt weiter. Vertreter der acht Kommunen werden je ein bis zwei Projektvorhaben aus den bisherigen Erfahrungen heraus erarbeiten und in einem Workshop mit den Partnern aus Schleswig-Holstein vorstellen. Pro Kommune wird ein Projektvorhaben ausgewählt, welches im Laufe des Jahres mit beratender Unterstützung der Partner aus Schleswig-Holstein eingeleitet wird. Die beratende Begleitung kann in Form von gezielten Beratungsgesprächen per Telefon und Skype, über E-Mail sowie über Kurzzeiteinsätze vor Ort und die Möglichkeit von Praktika in Schleswig-Holsteinischen Institutionen erfolgen. Im letzten Quartal werden die eingeführten Dienstleistungen im Rahmen einer Konferenz zu Minderheiten im Westbalkan vorgestellt. Über die Konferenz wird das Knowhow an weitere Kommunen weitergegeben.
Zielgruppen:
Direkte Zielgruppe sind Angehörige der (pro-) Roma NRO sowie der Kommunalverwaltung.
Indirekt profitiert die Romabevölkerung in Serbien, Mazedonien, BuH und dem Kosovo von der Maßnahme.
Partnerstruktur:
Partner sind ausgewählte Entscheidungsträger/-innen und Projektmanager/-innen aus lokalen (pro-)Roma NRO sowie der Kommunalverwaltungen und Sozialzentren in den vier Ländern des Westbalkans, die bereits im Projekt 2016 am BLP-Projekt „Förderung des Zugangs von Roma zu kommunalen Dienstleistungen im Westbalkan“ teilgenommen haben.
Durchführungspartner sind die in SH ansässigen Organisationen FUEN und ECMI. Die Durchführung der Maßnahmen wird weiterhin eng mit der Staatskanzlei des Landes Schleswig Holstein abgestimmt.
Weitere Informationen zum Vorgänger-Projekt finden Sie im Factsheet.