Südafrika ist der größte CO2-Verursacher Afrikas. Das Land gewinnt rund 80% seines Stroms aus Kohle und gehört damit zu den Ländern mit dem größten Anteil von Kohle am Energiemix weltweit. Auf nationaler Ebene hat sich Südafrika zum Ziel gesetzt, durch die Energiewende bis 2050 den Übergang zu einer kohlenstofffreien Wirtschaft zu schaffen. Auch das Westkap hat in seiner überarbeiteten Klimaschutzstrategie festgelegt, bis 2050 eine Netto-Null-Emissionen Provinz zu werden. Das Ziel soll unter anderem durch die Förderung von Elektromobilität erreicht werden. Neben der Energiekrise befindet sich Südafrika seit Jahren in einer wirtschaftlichen Krise. 66,5 % der 15-24-Jährigen sind arbeitslos. Mit einem neuen Geschäftsmodell, das mit dem Projekt basierend auf E-Lastenfahrrädern entwickelt werden soll, werden neue Beschäftigungsmöglichkeiten geschaffen, mit denen (junge) Menschen einen Weg aus der Arbeitslosigkeit finden können. Besonderes Augenmerk liegt auf der Einbindung von Frauen, die oftmals mehrfach marginalisiert werden.
Ziel des Projektes ist es, E-Lastenfahrräder mit klimafreundlichen Ladestationen in Stellenbosch zu etablieren und für Handel und Gewerbe in einem nachhaltigen Geschäftsmodell zu verankern. Des Weiteren soll ein Beitrag zur klimafreundlichen Transformation des Verkehrssektors und zur Akzeptanz von Erneuerbaren Energien geleistet werden. Konkret geht es zunächst um die technische Weiterentwicklung der bereits im Vorgängerprojekt produzierten E-Lastenfahrräder und den Aufbau eines Pilot-Lade-Hubs mit Nutzung von Erneuerbaren Energien. Im Fokus des Projektes steht die Entwicklung eines tragfähigen Geschäftsmodells für benachteiligte Menschen aus den umliegenden Townships, z.B. in Form einer Kooperative. Öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen sollen dazu beitragen, dass sich eine Fahrradkultur entwickelt. Außerdem wird in einem abschließenden Schritt mit entsprechenden Organisationen aus ausgewählten afrikanischen Ländern geprüft, inwiefern das Projektdesign auf andere Länder Afrikas, wie z.B. Kenia oder Senegal übertragen werden kann.
Das Projekt wird in Deutschland und Südafrika durch mehrere miteinander vernetzte Partner umgesetzt. Auf südafrikanischer Seite wird eine Zusammenarbeit mit der Nicht-Regierungsorganisation SEED (Stellenbosch Entrepreneur and Enterprise Development), dem Fahrradunternehmen Lark Cycle sowie der Universität Stellenbosch angestrebt. Auf deutscher Seite wird das Projekt mit der Innovationsmanufaktur umgesetzt, die mit ihrem Holistic-Innovation-Ansatz Bedarfe aller relevanten Zielgruppen berücksichtigt, um dem Anspruch gerecht zu werden, nachhaltige Wirkungen zu erzielen. Das BLP-Projekt arbeitet eng mit dem TZ-Vorhaben WE4D - Beschäftigungsförderung für Frauen für die grüne Transformation - in Südafrika zusammen.