• Projekt

Praxis-Implementierung des digitalen Informationssystems (DISA) für eine nachhaltige und klimawandelorientierte Landwirtschaft in Ruanda

Begehung Versuchsfeld

Projektzeitraum -

Kontinent Afrika

Bundesland Rheinland-Pfalz

Partnerland Ruanda

Projektmanagement Gabriele Kohlisch

Projektadministration Elisabeth Zettelmann

Projektstatus Laufend in BLP 3

2 Kein Hunger
9 Industrie, Innovation und Infrastruktur

Von September 2023 bis Juni 2025 wurde im Rahmen des Bund-Länder Programms das Projekt „Digitales Informationssystem für eine nachhaltige und klimawandelorientierte Landwirtschaft in Ruanda“ (DISA) durchgeführt. Ziel des Vorhabens war es, die Entwicklung eines digitalen Informationssystems der ruandischen Regierungsinstitutionen für eine nachhaltige und dem Klimawandel angepasste Landwirtschaft voranzutreiben und insbesondere genderspezifische Belange der ruandischen Bäuerinnen zu berücksichtigen.

Die Ergebnisse des Projekts zeigen, dass einzelne Maßnahmen, die leicht umzusetzen sind, einen großen Einfluss auf die Produktivität der Landwirtschaft haben können. Es konnte in der konkreten Anwendung gezeigt werden, dass die Nutzung digital erfasster lokaler Klima- und Wetterdaten für detaillierte Empfehlungen zum Anbau von Feldfrüchten im Vergleich zur Bewirtschaftung ohne diese Daten zu signifikanten Einsparungen von Pestiziden, zu einer Verringerung der Umweltbelastung und zu einer ökonomischen Verbesserung der landwirtschaftlichen Betriebe führt. Die Berücksichtigung von Wetterdaten bzw. darauf basierenden Empfehlungen für die lokale Landwirtschaft helfen den Landwirt*innen, Saatgut, Pestizide oder Düngemittel zeit- und sachgerecht auszubringen sowie Ernteverluste zu vermeiden. Mit diesem Wissen können Landwirt*innen einerseits den Aufwand und die Kosten schnell und einfach reduzieren und andererseits den ökologischen Fußabdruck ihres Wirtschaftens minimieren. 
 
In der Projektlaufzeit ist es gelungen, DISA als IT-Anwendung bei der Rwanda Space Agency (RSA), dauerhaft zu installieren. Die entstandene Infrastruktur und die technische Abwicklung bieten das Potential, den direkten Zugang für private und öffentliche Akteure der Agrarwirtschaft im Land selbst zur Verfügung zu stellen. Die Anwendung wird durch Daten aus digitalen Projekten anderer Stakeholder ergänzt. Dies wird durch einen regelmäßig stattfindenden und vom von der GIZ gesteuerten Cluster „Digitale Transformation und Digitale Wirtschaft“ in Kigali begleiteten projektübergreifenden Austausch sichergestellt.

Entsprechend der bisherigen Erkenntnisse und Rückmeldungen sollen in diesem Projekt die Anwendung DISA weiterentwickelt werden und in der Weiterentwicklung und praktischen Anwendung von DISA auch genderspezifische Belange berücksichtigt werden. Ein Aufbau von weiblichen Peer Groups auf Dorfebene soll erfolgen. Dies wurde von Frauen in den vertiefenden Workshops vorgeschlagen. Des Weiteren sollen in der Fortführung des Projektes Möglichkeiten eruiert und ggf. umgesetzt werden, die dem geringen Zugang zu digitalen Medien (z.B. durch die geringe Verbreitung von Smartphones im ländlichen Raum) und der zum Teil geringen Lese- und Schreibkompetenz der ländlichen Bevölkerung Rechnung tragen, wie zum Beispiel durch sprachgesteuerte Chatbots.

(Projektziel:) In der Fortsetzung des Projektes werden Landwirtinnen und Landwirte in die Lage versetzt, das digitale Informationssystem für den Agrarsektor in konkreten Anwendungen zu nutzen und haben Zugang zu der DISA-Plattform, in die weitere Anwendungsfälle für Pilotregionen und Feldfruchtkulturen integriert werden.