Der Tourismus ist global gesehen einer der wichtigsten Wirtschaftszweige. Jeder zehnte Arbeitsplatz hängt am Tourismus. Die wirtschaftliche Bedeutung der Branche ist somit höher als beispielsweise die der Automobilindustrie. Als größte Dienstleistungsbranche der Welt bietet der Tourismus große Chancen für kleinste und kleine Unternehmen sowie für gering Qualifizierte, für das Handwerk und die örtliche Landwirtschaft. Auch Frauen spielen eine zentrale Rolle. Beispiele zeigen, dass Frauen einen Großteil ihrer Einnahmen direkt in die lokale Gemeinschaft investieren und so langfristig die Region stärken. Bereits jetzt ist Tourismus ein Motor für Wirtschaftswachstum und Beschäftigung in Ruanda. Das Entwicklungspotenzial über die Hauptattraktionen (z.B. das berühmte Berggorilla-Trekking) hinaus ist bisher wenig erschlossen. Eine Diversifizierung des Tourismus auf kleinere Gemeinden trägt zu erhöhten Einkommensmöglichkeiten für die lokale Bevölkerung bei. Zusätzlich kann dieser zum Erhalt und zur Wertschätzung der Natur beitragen. Im Zentrum stehen Touristenattraktionen mit einer starken Ausrichtung auf naturnahen, aktiven Tourismus mit Fokus auf Land- und Forstwirtschaft.
Das Land Rheinland-Pfalz unterhält seit über 40 Jahren eine Partnerschaft mit Ruanda, die von Beginn an auf direkte Partnerschaften und kontinuierlichen Austausch zwischen Schulen, Kirchengemeinden oder Kommunen gesetzt hat. Diese Graswurzelpartnerschaft unterstützt vielfältige Projekte im ganzen Land. Der Distrikt Rutsiro im Westen des Landes zwischen Kivu-See und Gishwati-Mukura-Biosphärenreservat wurde bereits durch die Gemeinde Kallstadt bei dem Aufbau des Bitenga Basecamps und durch die Kartierung von Wanderwegen unterstützt. Das Projekt baut auf diesen Aktivitäten auf. Derzeit gibt es in der Region keinen Anschluss an eine Wasserversorgung. Um den Distrikt Rutsiro für den Tourismus attraktiver zu gestalten, wird das Bitenga Basecamp eine Wasserversorgung erhalten, von der auch die umliegende Bevölkerung profitiert. Darüber hinaus werden weitere Wanderwege erfasst und Themenwanderwege entwickelt. Ergänzend soll die Idee der Landfrauenvereine aus Deutschland nach Ruanda um Bitenga übertragen werden. Gegenseitige Unterstützung, Vorträge sowie Koch-, Handarbeits- und Handwerkskurse sollen Frauen für Chancen sensibilisieren, die sich entlang der Wertschöpfungskette Tourismus ergeben. Durch die Herstellung und den Verkauf von Souvenirs oder touristischer Dienstleistungen soll die Möglichkeit für zusätzliches Einkommen geschaffen werden.